Kategorien: 03_Australien, Fahrzeug, Menschen

28.11.08

Permalink 08:09:23, von marco & christian E-Mail , 536 Wörter   German (DE)
Kategorien: Nicht kategorisiert, 03_Australien

Ab in die Wüste

Das ist unser letzter Artikel für einige Zeit, daher geben wir Dir nochmal den aktuellen Stand bevor wir in die Wüste verschwinden:

  • Wie Du sehen kannst gibt es endlich einige Fotos im Fotoblog. Das ist nur eine kurze Vorschau, mehr gibt es wenn wir die Zivilisation wieder erreichen. Eine bessere Auflösung der Fotos bekommst Du wenn Du in der Leiste am oberen Bildschirmrand auf "Fotos" klickst.
  • Heute verlassen wir Port Augusta in Richtung Norden, fahren erst in den Flinders Ranges Nationalpark, wo wir einige Interviews mit Aborigines haben werden die uns eingeladen haben. Danach erwartet uns für 1.500km die Einöde der Wüste. Derzeit ist der Oodnadatta Track noch teilweise gesperrt, da es in den letzten Tagen in der Region heftig gestürmt hat. In der jetzt beginnenden Regenzeit wird der Track häufig überflutet, das bedeutet aber nicht, dass man nicht verdursten kann. In der Wüste müssen wir pro Person mit 10 Litern Wasser pro Tag rechnen, wir haben also etwa 100L Wasser dabei um mindestens 5 Tage durchstehen zu können, wenn wir auf einem abgelegenen Streckenteil eine Panne haben sollten. Welche Vorbereitungen sonst nötig sind um nicht für immer in der Wüste zu verschwinden beschreiben wir Dir in einem der nächsten Artikel - falls wir alles richtig gemacht haben. :)
  • Das bedeutet, dass wir für die nächsten Wochen schlecht bis gar nicht zu erreichen sein werden. Wenn wir wieder ein paar nette Australier treffen, die uns ihre Sat-Verbindung oder ähnliches zur Verfügung stellen melden wir uns zwischenzeitlich, ansonsten hörst Du erst wieder von uns wenn wir Alice Springs erreicht haben.
  • Wir haben noch viele Artikel für den Blog in Arbeit, wollen diese aber erst veröffentlichen wenn wir sie gründlich geprüft haben. Das heißt die Beschreibungen bis Port Augusta liefern wir nach.
  • Uns erreichen immer wieder Anfragen ob es möglich ist bei uns Praktikum zu machen oder sich auf anderem Weg an dem Projekt zu beteiligen. Wir experimentieren gerade mit einem Online-Praktikum, an das sich ein normales Präsenz-Praktikum anschließt. Je nachdem wir gut das funktioniert bauen wir das evtl. aus. Wenn Du Dich bei uns einbringen und Dich für das Projekt engagieren willst bist Du immer willkommen. Ein Bezahlung bieten wir derzeit nicht, wir selbst beziehen übrigens auch kein Gehalt. Wenn Dich also das Projekt begeistert schreib uns eine Mail - wir melden uns wenn wir wieder Netz haben.
  • Außerdem erreichen uns viele Anfragen zum Thema Auswanderung nach Australien. Wir können nicht alle bearbeiten, aber wir arbeiten an einem Informationsportal, in dem wir alle Informationen rund um Australien übersichtlich zusammen fassen. Marco wird Dir dort aus erster Hand über Auswanderung, Anforderungen und Voraussetzungen berichten. Also noch etwas Geduld haben, wir sind dran. :)
  • Für den Fall - wir wollen es nicht hoffen - dass wir die Zivilisation nicht vor Weihnachten erreichen wünschen wir Euch allen frohe Weihnachten. Wir hoffen in rund einer Woche in Alice Springs zu sein, aber auf einer Strecke wie dieser weiß man nie was alles passiert. Drückt uns die Daumen, wir sind gut vorbereitet, gut ausgerüstet und schätzen die Risiken hoffentlich richtig ein.


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17.10.08

Permalink 06:06:40, von marco & christian E-Mail , 867 Wörter   German (DE)
Kategorien: Fahrzeug, 04_ein_weiter_weg

Murphys Law – Anything that can go wrong will go wrong

Wir hatten gestern Abend einen möglichst abgelegenen Ort gesucht um unseren Generator betreiben zu können ohne die Bewohner der Gegend mit 90 db zwangszubeschallen. Deshalb standen wir inmitten riesiger Weiden, soweit das Auge reichte waren keine Häuser zu sehen, nur flaches Land und nicht enden wollende Straßen.
Am heutigen Morgen wollten wir weiter fahren, doch reagierte unser Truck überhaupt nicht, denn die Batterie war leer. Wie sich später herausstellen sollte hatte sie einen Fehler und entlud sich selbst wenn keine Verbraucher angeschlossen waren.
Unglücklicher Weise hatten wir die zweite Batterie an der unser Kühlschrank und die Innenbeleuchtung angeschlossen sind, ebenfalls relativ stark entleert, sodass auch die Überbrückung nicht genug Strom liefern konnte um den Motor zu starten. Deshalb starteten wir unseren Generator, um mit Hilfe unseres Batterieladegerätes genug Strom in die Batterie laden zu können. Nach etwa 2 Stunden versagte der Generator den Dienst und ließ sich auch nicht mehr starten.
Murphy schickt seine Grüße. Auch ein dreifaches Sicherheitsnetz kann reißen.
Kurz nach dem Versagen unseres Generators konnten wir am Horizont eine Staubwolke erkennen. Nach einer Weile erkannten wir, dass sich uns ein Junge, nennen wir ihn Jack, auf seinem Motorrad näherte. Jacks Motorrad war etwa 50cm hoch und selbst gebaut oder inzwischen so oft auseinander gelegt worden, dass es aussah wie selbst gebaut. Und es hatte keine Batterie, weshalb eine Überbrückung ausschied um unser Problem zu lösen. Aber vermutlich hätte eine so kleine Batterie sowieso nicht gereicht den Truck zu starten.
Jedenfalls stellte sich schon nach 5 Minuten heraus, dass Jack der erste Australier war den wir auf unserem Weiten Weg getroffen haben, der von Hilfsbereitschaft nicht viel hielt. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt für uns, auf einen opportunistischen gierigen kleinen Junkie zu treffen, weshalb wir vorgaben völlig abgebrannte Touristen zu sein, die selbst auf der Suche nach Arbeit wären. Daraufhin wollte er wissen wieviel Benzin noch in unserem Tank sei...
Als er begann in unseren Truck zu steigen und nach verwertbaren Wertsachen Ausschau zu halten, beschlossen wir unseren ursprünglichen Plan zu ändern und nicht auf vorbeifahrende Anwohner zu warten oder uns zu trennen um Hilfe zu holen sondern den Truck die Straße hinunter zu schieben um ihn mit etwas Glück auf der leicht abschüssigen Straße bzw Schotterpiste starten zu können. Das ist die passende Stelle zu erwähnen, dass unser Truck ohne Benzin und Wasser etwa drei Tonnen schwer ist, und dass Jack auch auf mehrfaches Nachfragen keine Anstalten machte uns zu helfen. Er bot uns aber an, sich ans Steuer zu setzen und ihn zu starten...
Statt uns zu helfen fuhr er mit seinem Schrotthaufen um uns herum während wir versuchten diesen Koloss in Bewegung zu halten und versuchte uns zu überzeugen, dass uns in dieser Gegend niemand helfen würde ohne dass wir dafür Geld bezahlten. Er bot zwar an seine Brüder zu holen, aber er habe - leider, leider - nicht genug Benzin im Tank um nach hause zu fahren. Der Kleine begriff erst, dass seine Erpressungsversuche nicht fruchten würden als ich ihm davon erzählte, dass wir in Irland einmal mit einem voll beladenen 2,5 Tonnen schweren Mercedes liegen geblieben waren und das Auto 10 km weit zur nächsten Werkstatt schieben mussten, weshalb uns läppische vier Kilometer nichts ausmachen würden. Glücklicher Weise gelang es uns schon nach zwei Kilometern den Truck zu starten und offen gestanden haben uns diese zwei Km bereits ganz gewaltig etwas ausgemacht. Jack war dagegen sichtlich enttäuscht darüber uns nicht mehr in der Hand zu haben.
Unglücklicher Weise schafften wir es nur bis zur nächsten Kreuzung, offensichtlich lieferte die Batterie nicht genug Strom. An dieser recht belebten Straße allerdings halfen uns gleich mehrere Bewohner, und schließlich gelang es uns mit Hilfe eines alten Automechanikers die Batterie soweit zu laden, dass wir es bis zur nächsten Werkstatt für Autoelektrik schafften.

Was unseren Generator betrifft – mehrmaliges Zerlegen hat keine neuen Ergebnisse geliefert, möglicherweise liegt es an der Zündkerze, aber hier Ersatz zu bekommen ist nicht ganz trivial. Wir schlagen uns also erneut mit unserem Strom-Problem herum.

In gewisser Weise sind wir froh, dass uns diese Panne jetzt passiert ist und nicht erst hinter Adelaide. Erstens bist Du in den Menschenleeren Weiten der Wüste jedem hilflos ausgeliefert der Dir über den Weg läuft, zweitens ist der Truck dann etwa 200Kg schwerer und drittens sind zwei Kilometer ein Witz gegen das was uns erwartet, wenn wir im Outback eine Panne haben. In der Wüste braucht jeder von uns etwa 10 L Wasser pro Tag um zu überleben, und das ohne jede körperliche Anstrengung. Es ist leicht zu errechnen wie lange wir durchhalten würden, wenn wir eine solche Panne weit ab von besiedeltem Gebiet hätten. Wir ziehen also zwei Sicherheitsvorkehrungen zusätzlich ein und prüfen die Funktion unseres Satelliten-Telefons regelmäßig.

Nichtsdestotrotz, ein Junkie wie Jack der etwas älter ist, etwas kräftiger gebaut und nicht alleine – letztlich gibt es in solchen Situationen keine Sicherheiten, nur Wahrscheinlichkeiten. Und das ist es, was das Abenteuer einer solchen Expedition auch ausmacht.



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22.09.08

Permalink 05:49:44, von marco & christian E-Mail , 543 Wörter   German (DE)
Kategorien: Menschen

Erste Eindrücke der australischen Mentalität

Offenheit
Knapp drei Wochen sind wir nun in Australien und es ist an der Zeit zu beschreiben, was uns an der australischen Mentalität am deutlichsten auffällt.
Zuallererst müssen wir als Deutsche die Offenheit und Herzlichkeit der Australier bemerken. Stehst Du mit suchendem Blick und einer Karte am Straßenrand dauert es keine zwei Minuten bis sich eine Traube von Australiern um Dich gebildet hat, von denen jeder in eine andere Richtung zeigt und Dir in jedem zweiten Satz Fragen stellt dazu woher Du kommst, wie lange Du bleibst und ob es Dir hier gefällt. Kurz danach kommen dann die Empfehlungen, wohin Du unbedingt auch noch reisen solltest.
Was die Offenheit der Australier ebenfalls gut beschreibt ist unsere Fahrt in die Innenstadt von Melbourne: Da wir mit einer Menge Equipment unterwegs sind werden wir oft darauf angesprochen, was wir produzieren oder für wen wir arbeiten. Nach und nach klinkten sich immer mehr Mitfahrer ins Gespräch ein und diskutierten die schönsten Plätze von Melbourne, als wir an unserer Haltestelle Ausstiegen diskutierte bereits der gesamte Wagon über die schönsten Orte in Melbourne und wir hatten wirklich Schwierigkeiten uns aus dem Gespräch ausklinken zu können.
Das ist im übrigen etwas was wir uns immer häufiger fragen: wie bekommen die Menschen hier je irgendetwas erledigt? :))

Gastfreundlichkeit
Da unser Schiff mit all dem Equipment noch immer auf sich warten lässt sind wir auf Strom von außerhalb angewiesen. Das wichtigste Equipment wie Foto- und Filmkamera haben wir zwar dabei, aber die Akkus müssen natürlich auch geladen werden.
Wir hatten aber inzwischen schon mehrmals das Glück, dass uns ein freundlicher Australier, mit dem wir an unmöglichen Orten ins Gespräch gekommen sind, ein Kabel vom Haus zum Truckaus eingeladen hat.
Gestern haben wir auf diesem Weg Ian und seine Frau kennen gelernt. Ian ist Accountant in Melbourne und lud uns zu einer Tasse Tee und zu einer Rundfahrt in seinem alten Mercedes ein, weil man Melbourne einfgach bei Nacht gesehen haben muss. Während der Fahrtsprachen wir über die Mentalität der Australier und weshalb manche Dinge anders laufen als in anderen Ländern. Die Herzlichkeit der Menschen hier macht verständlich weshalb Australien eines der beliebtesten Auswanderungsländer der Welt ist. Bisher kamen bereits 9 Millionen Menschen nach Australien. Es ist ein leichtes mit Australiern ins Gespräch zu kommen, nein man wird eigentlich sofort angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Wer mit sich mit Smalltalk schwer tut bekommt hier einen Intensivkurs.

No worries man
Mit diesem Satz könnte man die Einstellung der Australier auf den Punkt bringen. Über Kleinigkeiten z.B. im Straßenverkehr wird sich hier nicht geärgert. Ist ein Fahrstreifen auf einem Freeway zugeparkt wird einfach darum herum gefahren. Die Hupe im Auto ist für die Australier zum Grüßen gedacht, weniger zur Ermahnung von anderen Autofahrern. No worries scheint mir hier mehr als nur eine Phrase zu sein die fast an jedem Gesprächsende benutzt wird. Es ist die Erkenntnis dass man die Kleinigkeiten die im Leben schief laufen ruhig auch mal schief laufen lassen kann. Sorgen sollte man sich eher über die wichtigen Dinge machen. Und wichtig ist hier nicht viel. No worries eben.



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05.09.08

Permalink 05:18:10, von marco & christian E-Mail , 287 Wörter   German (DE)
Kategorien: 03_Australien, Fahrzeug

Ankunft in Melbourne

Der internationale Airport in Melbourne ließ nicht gerade eine Millionenstadt erwarten. Abgeholt wurden wir von Claudia von Car Connection. Nachdem wir den ganzen Papierkram erledigt hatten hat uns das CarConnections-Team erst einmal zu einem gemütlichen Wilkommens-Essen eingeladen. Wir konnten das erste Mal die australische Küche genießen und konnten den Abend nach den zwölf Stunden Flug von Hong Kong gemütlich ausklingen lassen.
Besonders dankbar waren wir für das sehr gute Menü im Stammlokal der drei Auswanderer Claudia, Norbert und Heinz von unserer Autovermietung, da das was Cathay Pacific zum Frühstück serviert hat nur im Vollrausch noch als essbar zu bezeichnen wäre.

Am nächsten Morgen hatten wir ausführlich Zeit den Bushcamper genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Wort Bushcamper beschreibt unseren Fahr-, Arbeits-, und Schlafraum für die nächsten 6 Monate sehr gut. Er ist darauf ausgelegt im Bush vorwärts zu kommen, egal ob auf Straßen oder abseits von der Zivilisation. Ausreichend Platz für unser Foto- und Filmequipment bleibt eigentlich nicht.
Der Toyota fährt sich wie ein Truck, auch der Sound und Spritverbrauch erinnern an ein sehr viel größeres Fahrzeug. Aber dafür wird uns diese Asphalt-Gämse hoffentlich auch auf dem entlegensten Offroad-Track nicht im Stich lassen.

Solange das Schenker-Schiff mit unserem Stromgenerator und anderer Ausrüstung noch auf sich warten lässt sind wir dankbar für die beiden verbauten Batterien und den Gasgrill im Bushcamper. Das Fahrzeug ist so wie man es sich vorstellt: laut, groß und mit einem ausklappbaren Dach. Und einem großen Rammgitter, denn die Kängurus sind hier nicht nur sehr zahlreich sondern verhalten sich auch nicht besonders clever wenn sich ein Auto nähert.



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